Kraulschwimmen lernen – Technik einfach erklärt
Kraulschwimmen ist schnell, vielseitig und kann mit der richtigen Technik erstaunlich kraftsparend sein. Es steht im Mittelpunkt unserer Schwimmschule – denn im Wettkampf wird die Freistil-Strecke fast immer in Kraul geschwommen. Daher auch unser Name: Schwimmschule Freistil.
Kraulen entsteht nicht durch möglichst viel Kraft, sondern durch das Zusammenspiel von Wasserlage, Armzug, Beinschlag und Atmung. Die Aufnahmen von Dirk stammen aus einer Videoanalyse, wie sie auch in unseren Schwimmkursen angeboten wird. Sie zeigen, wie sich die einzelnen Bewegungen über und unter Wasser ergänzen.
1. Nach dem Abstoß: lang gleiten
Nach dem Abstoß bleibt der Körper lang und gestreckt. Die Hände liegen übereinander, die Arme rahmen den Kopf und der Blick geht nach unten. So entsteht eine ruhige, widerstandsarme Linie, die den Schwung des Abstoßes möglichst lange mitnimmt.
Aus dieser Position gehen Beinschlag und erster Armzug fließend in das Kraulen über.

Lang gestreckt gleitet Dirk knapp unter der Wasseroberfläche.

Der Kopf bleibt ruhig zwischen den Armen – mit langem Nacken und Blick zum Beckenboden.
2. Der Armzug
Vorn lang werden, unter Wasser Druck aufbauen
Während ein Arm den Körper unter Wasser nach vorn bringt, wird der andere locker über Wasser zurückgeführt. Vorn taucht die Hand wieder ein, der Arm wird lang – und der nächste Zug beginnt.

Ein Arm wird nach vorn geführt, während der andere bereits lang im Wasser liegt.
![]() 1. Wasserfassen | ![]() 2. Ellenbogenvorhalte |
|---|---|
![]() 3. Zugphase | ![]() 4. Druckphase |
Unter Wasser: das Wasser fassen
Die vier Bilder zeigen die wichtigsten Phasen des Unterwasserzugs. Auf Bild 1 liegt die Hand an der Wasseroberfläche und das Wasserfassen beginnt. Auf Bild 2 bleibt der Ellbogen stehen, während sich Hand und Unterarm als Druckfläche anstellen. Bild 3 zeigt die Zugphase, kurz vor Beginn der Druckphase. Auf Bild 4 ist die Druckphase zu sehen, in der der meiste Vortrieb erzeugt wird (im Bild andere Hand). Die Druckphase endet mit dem gestrecktem Arm.
Über Wasser: locker nach vorn
Die vier Bilder unten zeigen die Rückholbewegung des Arms. Auf Bild 1 löst sich der Arm nach dem Abdruck auf Höhe des Oberschenkels aus dem Wasser. In Bild 2 führt der Ellbogen die Bewegung nach vorn, während Hand und Unterarm möglichst locker bleiben. Auf Bild 3 schwingt der Unterarm am Kopf vorbei. Bild 4 zeigt schließlich, wie die Hand vor der Schulter wieder ins Wasser eintaucht. Die leichte Körperrotation unterstützt die Bewegung und hilft dabei, die Schulter entspannt nach vorn zu führen. Während der gesamten Rückholphase ist der Ellenbogen stets der höchste Punkt.
![]() 1 Beginn Rückholphase | ![]() 2 Rückholphase |
|---|---|
![]() 3 Vorschwung | ![]() 4 Eintauchphase |
3. Der Beinschlag
Der Kraulbeinschlag stabilisiert die Wasserlage und unterstützt den Rhythmus. Die Bewegung beginnt aus der Hüfte und setzt sich über die locker geführten Knie bis in die gestreckten Füße fort. Die Beine bleiben nah beieinander und arbeiten mit kleinen, gleichmäßigen Schlägen knapp unter der Wasseroberfläche.
Über Wasser sind beim kraulen vor allem kleine Spritzer zu sehen. Die Unterwasseraufnahme zeigt deutlich, wie sich die Beine abwechseln und die lockeren Füße das Wasser nach hinten führen. Die Füße sind dabei nicht parallel sondern leicht V-Förmig. Die Amplitude sollte weder zu groß noch zu klein sein - die Beine sollten nicht den Wasserschatten des Schwimmers verlassen.

Kraul-Beinschlag
4. Die Atmung
Zur Seite drehen, nicht den Kopf anheben
Zum Einatmen dreht sich der Kopf gemeinsam mit dem Oberkörper zur Seite. Durch die Vorwärtsbewegung entsteht am Kopf eine kleine Bugwelle. Direkt neben dem Gesicht bildet sich ein Wellental, in dem der Mund kurz zum Einatmen aus dem Wasser kommt. So muss der Kopf nicht angehoben werden und bleibt dicht an der Wasseroberfläche. Ein Auge bleibt stets im Wasser.
Unter Wasser wird gleichmäßig ausgeatmet. Dadurch genügt beim Drehen eine kurze Einatmung, bevor der Kopf wieder in seine ruhige Position mit Blick zum Beckenboden zurückkehrt.

Im Wellental der Bugwelle einatmen – der Kopf bleibt dabei nah an der Wasseroberfläche.







